Geschichte

Noch heute zählt das Feuer zu den größten Gefahren menschlicher Niederlassungen, dessen verheerende Wirkungen durch das ganze Altertum und Mittelalter, ja bis in die Neuzeit hinein die Menschheit in Angst und Schrecken versetzte, wie es auch Schiller in seiner „Glocke“ beschrieb. Obgleich es schon im Altertum so etwas wie eine Feuerspritze gab, und man zum Eindämmen des Feuers Eimer, Leitern und mit Wasser getränkte Lappendecken benutzte, war vom alten Rom bis in die Neuzeit immer wieder von ungeheuren Feuerbrünsten zu berichten.

Dieser Menschheitsgeisel standen die Bewohner meist machtlos gegenüber; es brannten oft halbe Dörfer und Städte ab. Bis Mitte des 19.Jahrhunderts durch entsprechende Bauvorschriften und der Organisation des Feuerlöschwesens dem Einhalt geboten werden konnte.

Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Turnerbewegung von Friedrich Jahn landesweit Fuß fasste und zur Gründung von Turnvereinen führte, was damals auch in Zusmarshausen geschah, lag es bald nahe, diesen Turnverein auch mit der Durchführung des Feuerlöschwesens zu beauftragen, da die Mitglieder durch ihre körperliche Ertüchtigung und ihre Geisteshaltung für die Tätigkeiten des Feuerlöschwesens besonders geeignet erschienen. Auch der Turnverein von Zusmarshausen sah es als eine dankenswerte Aufgabe, die durch turnerische Übungen erreicht Kondition zum Schutz von Hab, Gut und Leben der Bürger einzusetzen.

Schauübung an der Marienschule

Schauübung an der Marienschule

Brand der Rücklenmühle 1937

Brand der Rücklenmühle 1937

1876 – Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Zusmarshausen

So wurde in der Monatsversammlung des Turnvereins vom 6. März 1876 beschlossen, wie in größeren Nachbarorten, so auch in Zusmarshausen eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Es gab zwar noch einiges hin und her verbunden mit Kompetenzstreitigkeiten. Bei der Monatsversammlung des Turnvereins am 1. Mai 1876 wurden die Grundlagen und Statuten der freiwilligen Feuerwehr festgelegt und in der Versammlung, die am 4. Mai 1876 abgehalten wurde, die „Freiwillige Turnfeuerwehr Zusmarhausen“ gegründet. Bei dieser Gründungsversammlung trugen sich gleich 59 aktive und 22 passive Mitglieder ein. Die anschließend gewählte erste Vorstandschaft bestand damals aus:

Vorstand Stobel Josef (Uhrmacher)
Hauptmann Gaa Georg (Distriktsschaffner)
Cassier Gerstner Joh. (I. Bez.-Amtsschreiber)
Schriftführer Deffner Timotheus (Rentamtsgehilfe)
sechs Verwaltungsratsmitlgiedern

Da die Schriftführer damals meist Beamte des im Zusmarhausen ansässigen Bezirksamtes oder Amtsgerichts waren, gestalteten sich die Protokolle der Sitzungen oft sehr umfangreich. Die ersten Jahre der Turnfeuerwehr waren durch den Aufbau des Vereins und die Ausrichtung auf das Feuerlöschwesen geprägt. Es mussten Gerätschaften und Uniformen beschafft werden, um einerseits im Brandfall auch erfolgreich sein zu können und andererseits auch bei Veranstaltungen und Festen entsprechend aufzutreten. Großes Augenmerk wurde aber auch auf den fleißigen Besuch der Übungen gelegt. Unentschuldigtes Fernbleiben belegte man mit Geldstrafe und im Wiederholungsfalle sogar mit Ausschluss aus dem Verein.

Erste Seite des Gründungsprotokolls

Erste Seite des Gründungsprotokolls

Übersetzung des gesamten Protokolls

Übersetzung des gesamten Protokolls

1877 – 1889

Die Beschaffung der Löschgeräte wurde anfangs nicht wie heute von der Gemeinde allein bestritten, diese gewährte hierfür allenfalls einen Zuschuss. Die erste Löschmaschine beschaffte die Gemeinde schon 1877 allerdings ganz auf ihre Kosten, wobei vermerkt wird, dass bei der Übergabe der Löschmaschine am 9. Dezember 1877 eine „ziemliche Quantität Bier“ getrunken wurde.

Erstmals rückte die Feuerwehr von Zusmarshausen am 28. Juni 1878 zu einem Brand beim Bauern Klink nach Anried aus. Dazu steht im Protokoll, dass „die zur Erfrischung nach stundenlanger Arbeit angebotenen etlichen Maß Bier sowie das gegessene Brot“ aus der Vereinskasse in Höhe von 5,35 Mark zur Zahlung übernommen wird. Zum ersten Brand in Zusmarhausen am 19. Oktober 1887 wird vermerkt, dass „dem Bierbrauer, Herrn L. Schwarz für das gelegentlich des Brandes bei ihm verabreichte Bier an die Mannschaften herzlichen Dank ausgesprochen wird.“

Nicht nur in fleißigen Übungen, sondern auch in der Theorie wurden die Feuerwehrmänner auf den damals neuesten Stand gebracht, wobei Comandant Winkelmeyer oft Vorträge aus der Feuerwehrzeitung hielt. Auch der Sanitätsdienst wurde nicht vergessen. So beschaffte man 1888 schon einige Sanitätsutensilien, auch hielt der Bezirksarzt Dr. Medicus 1889 den ersten Sanitätsunterricht.

Um im Fall eines Großbrandes auch die Wehren der umliegenden Ortschaften alarmieren zu können, wurden Feuerreiter bestellt. Ebenso war festgelegt, wer den Spritzenwagen zu fahren hatte.

Davon können wir nur träumen1 Liter Bier für 24 Pennige

Davon können wir nur träumen
1 Liter Bier für 24 Pennige

1890 – 1897

Mit dem Gedanken, eine Wasserleitung von der Roth her zu bauen, um im Brandfall mehr Löschwasser im Markt zu Verfügung zu haben, befasste man sich schon 1890. In Betrieb genommen wurde eine Wasserleitung allerdings erst 19 Jahre später. Um für alle Fälle gewappnet zu sein, hatte man bis dahin beim Landwirt Stanger (heute Hochstiftstraße 1), dem Höchsten Punkt des Marktes eine Löschwasserreserve angelegt, die man mit Wasser aus der Roth füllte.

Die Feuerwehruniformen waren anfangs sehr unterschiedlich und meist eine mehr oder weniger gelungene Kopie einer städtischen Berufsfeuerwehr. Erst als dann Ende der 80er Jahre der Feuervehrverband für die freiwilligen Feuerwehren eigene Uniformen entwerfen ließ, wurden auch die vorhandenen Uniformen, soweit es ging, der neuen Form angepasst und 55 neue Dienströcke zum Preis von je 10,50 Mark 1891 beschafft.
18 Mitglieder, die 15 Jahre bei der Feuerwehr ununterbrochen Dienst machten, erhielten ein Diplom.

Am 19. März 1891 brannte es in Kleinried, wo man die Feuerwehr zum Einsatz rief.

Eine zweite Löschmaschine kaufte die Feuerwehr am 11. Juli 1892 bei der Fa. Braun in Nürnberg zum Preis von 1000.- Mark. Dieser Betrag wurde in Raten zu je 100.- Mark bis zum Jahr 1894 bezahlt.

Zum ersten Ehrenmitglied ernannte man 1897 den damals sehr beliebten und geachteten Pfarrer und Distriktsschulinspektor Leonhard Mayrhofer.

Ehrendiplom

Ehrendiplom

Ehem. Kommandant und Ehrenvorstand der Feuerwehr Zusmarshausen, Vertreter des Bezirks, Hr. Franz Raiser

Ehem. Kommandant und Ehrenvorstand der Feuerwehr Zusmarshausen, Vertreter des Bezirks, Hr. Franz Raiser

1902 – 25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Zusmarshausen

Nach umfangreichen Vorbereitungen fand am 27. Juli 1902 das 25-jährige Gründungsfest des Bezirksverbandes zusammen mit dem 25-jährigen Jubiläum der freiwilligen Feuerwehr Zusmarshausen statt.

Der Berichterstatter schreibt hierzu unter andrem wörtlich:

„Um 9 1/2 Uhr fand von der Augsburgerstraße aus der Festzug in die Pfarrkirche statt; um 10 Uhr war in derselben Festgottesdienst mit herzlicher Ansprache des kgl. Schulinspektors Herrn Mayrhofer; hierauf Zug zum Rathause und dortselbst Begrüßung der Festgäste und auswärtigen Feuerwehren durch Kassier Herrn Spring von Zusmarshausen. Letzterem folgte in der Begrüßung der Vertreter der kgl. Regierung kgl. Regierungsassessor Herr Risch.
Hieran schloss sich eine wohlgelungene Übung der freiw. Feuerwehr Zusmarhausen. Der eigentliche Festzug begann nachmittags 1 1/2 Uhr und bewegte sich durch die belebtesten Straßen des Marktes. Leider wurde er teilweise durch einen Regenguß gestört. 
Zu Rednerbühne zurückgekehrt hielt der obengenannte kgl. Inspektor Herr Mayrhofer die Festrede. Kgl. Bezirksamtmann Herr Hausladen überreichte sodann an 10 hiesige Feuerwehrmänner das Ehrenzeichen und an 2 das Ehrendiplom. Daran anknüpfend sprach der Bezirksfeuerwehrvertreter Raiser allseitig Dank aus. Die 3 von auswärts erschienenen Feuerwehrfahnen Altenmünster, Aystetten, Welden zierte kgl. Inspektor Mayrhofer mit Erinnerungsbändern. Nun zerstreuten sich die einzelnen Feuerwehren auf dem Festplatz und die verschiedenen Gastlokale und verschönerten in friedlichem Einklang den Nachmittag durch Musizieren der mitgebrachten Kapellen.“ 

Festprogramm

Festprogramm

Musikprogramm

Musikprogramm

 

 

 

 

 

 

Einladung des Bezirksverbands und der Freiwilligen Feuerwehr Zusmarshausen

Einladung des Bezirksverbands und der Freiwilligen Feuerwehr Zusmarshausen

Fest im Bezirksamtsgarten (heutiges Forstamt)

Fest im Bezirksamtsgarten (heutiges Forstamt)

1904 – 1912

1904 wird eine Übungsmüdigkeit festgestellt. Es wird vermerkt, dass Mitglieder, die bei einer Übung unentschuldigt fehlen mit einer Strafe von 20 Pfennig belegt werden, im Wiederholungsfall erfolgt die Überweisung zur Plichtfeuerwehr.

Abermals mussten die Dienströcke der Feuerwehr 1906 abgeändert werden, da der Landesfeuerwehrausschuss neue Vorschriften herausgab.

Aus dem Jahr 1907 ist in Zusmarshausen noch eine Saug- und Druckspritze vorhanden, die sich in sehr gutem Zustand befindet und noch voll Funktionsfähig ist.

Angeregt durch einen Beschluss des Verwaltungsausschusses aus dem Jahr 1890 begann der Markt nach mehrjähriger Planungs- und Bauzeit eine Ortswasserversorgung zu errichten, die 1909 in Betrieb genommen werden konnte. Dadurch ging der langgehegte Wunsch der Feuerwehr in Erfüllung, für Zusmarshausen im Brandfall eine wesentlich bessere Versorgung mit Löschwasser sichergestellt zu haben. Das Heranbringen des Löschwassers ins Zentrum war nämlich durch die große Entfernung zu Roth und Zusam und den Höhenunterschied von ca. 50 Meter sehr erschwert.

Als der bayer. Landesfeuerwehrverband neue Leitsätze herausgab, wurden in der Generalversammlung 1912 die alten Statuten aus dem Jahre 1882 aufgehoben und eine neue Satzung beschlossen.

Diese Saug- und Druckspritze aus dem Jahre 1907 ist noch voll funktionsfähig

Diese Saug- und Druckspritze aus dem
Jahre 1907 ist noch voll funktionsfähig

Brand der Brauerei Rottmayr in Zusmarshausen 1903

Brand der Brauerei Rottmayr in Zusmarshausen 1903

1914 – 1919

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde auch ein Großteil der aktiven Feuerwehrmänner eingezogen. Um den Mannschaftsstand nicht gar zu sehr absinken zu lassen, erging daher die Aufforderung an alle tauglichen Männer, der Feuerwehr beizutreten. Nachdem 47 aktive Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen waren, zählte am 1. Januar 1915 die freiwillige Feuerwehr nur noch 34 aktive Männer.

Eine Bezirksinspektion und Bezirksversammlung fand im Jahr 1919 statt.

1926 – 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Zusmarshausen

1926 feierte man am 18. Juli das 50-jährige Gründungsfest unter großer Beteiligung der umliegenden Feuerwehren und der Bevölkerung. Bezirksamtmann Dr. Hermann hielt die Festrede. Dabei erhielten 5 Gründungsmitglieder das Ehrenkreuz des Feuerwehrverbandes.

1936 – 1950

Die 60-jährige Gründungsfeier fand am 27. September 1936 in bescheidenerem Rahmen statt. Es gab nur einen Vorbeimarsch mit Geräteexerzieren und anschließendem Kameradschaftstreffen bei Schwarzbräu. Dabei erhielt das Gründungsmitglied Andreas Lipp das Ehrenzeichen verliehen. Da in dieser Zeit das politische Führerprinzip galt, hieß der Kommandant Wehrführer und die Vorstandschaft Führerrat.
Im 60. Jahr ihres Bestehens konnte die Feuerwehr Zusmarshausen auf insgesamt 40 Einsätze zurückblicken; davon 17 mal in Zusmarshausen und 23 mal auswärts.

Im 2. Weltkrieg wurde wiederum ein Großteil der Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst einberufen. Als Ersatz hierfür ordnete man behördlicherseits an, auch Frauen zum Feuerwehrdienst heranzuziehen. Da man im Krieg mit dem abwurf von Brandbomben rechnen mußte, was einmal auch geschah, allerdings ohne ein Schadfeuer anzufachen, wurden diese Feuerwehrhelferinnen auch in der Bekämpfung von Brandbomben ausgebildet.

Nach dem 2. Weltkrieg, als alles danieder lag, viele Kameraden gefallen waren oder sich noch in Kriegsgefangenschaft befanden, war es die Feuerwehr, die sich als erstes neu formierte. Auf Anordnung der Militärregierung musste eine neue Vorstandschaft gewählt werden, die in Zusammenarbeit mit dem alten „Führerrat“ bald wieder eine schlagkräftige Feuerwehr auf die Beine stellte. Traditionsgemäß wurde bereits am Stefanstag 1946 wieder eine Weihnachtsfeier abgehalten und so auch das Kultur- und Vereinsleben neu begonnen.

Das alte Löschfahrzeug vom Typ Magirus im Fasching 1950,welcher bei uns ja bekanntlich eine lang Tradition hat.

Das alte Löschfahrzeug vom Typ Magirus im Fasching 1950,
welcher bei uns ja bekanntlich eine lang Tradition hat.

1951 – 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Zusmarshausen

Sehr feierlich und mit großem Aufwand wurde am 8. Juli 1951 die 75-jährige Gründungsfeier im damaligen Finanzamtgarten, von dem heute nur noch ein Teilstück, der Giseberthof, vorhanden ist, abgehalten. Da die alte Standarte schon etwas ramponiert war und darüber hinaus auch nicht mehr „standesgemäß“ erschien, wurde eine neue Fahne mit einem Kostenaufwand von DM 1080.- beschafft.

Am Vorabend des Festes gab es ein Standkonzert von der Marktkapelle, die auch am Fest selbst den musikalischen Rahmen bildete. Nach einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche, bei dem auch die neue Fahne durch Pfarrer Bruno Kusterer geweiht wurde, gedachte man am Kriegerdenkmal der gefallenen und verstorbenen Kameraden.

Im anschließenden gemütlichen Teil erhielt jeder Feuerwehrmann 1 Liter Freibier und 1 Paar Würste, wobei „ein guter Stoff aus der Brauerei Schwarz“ zum Ausschank kam. Den Nachmittag störte allerdings ein heftiges Gewitter mit starkem Regen. Den Abschluß bildete ein geselliges Beisammensein mit Tanz im Gasthof zur Krone.

Gruppenbild bei der Fahnenweihe 1951 mit Führungskräften,Fähnrich, Fahnenbegleiter und Fahnenbräuten

Gruppenbild bei der Fahnenweihe 1951 mit Führungskräften,
Fähnrich, Fahnenbegleiter und Fahnenbräuten

Umzug

Umzug

1959 – 1961

Die Zusmarshauser Feuerwehr hatte neben ihren Höhen auch Tiefen. So geschah es, dass bei einem Brand in Salenbach im Juli 1959 beide Pumpen nicht funktionierten, was ihr natürlich den Spott der anderen anwesenden Feuerwehren einbrachte. In dieser Zeit wurde auch wieder über die schlechte Teilnahme bei den Übungen geklagt und vom Ausschuss beschlossen, bei 3 mal unentschuldigten Fehlens die Mitglieder auszuschließen.

Aufwärts ging es mit der Wehr wieder als der Markt ein neues, mit Funk ausgerüstetes Löschfahrzeug LF 8 beschaffte, das am 5. März 1961 feierlich eingeweiht wurde. Im gleichen Jahr führte der Markt auch die Feuerschutzabgabe ein.

LF 8 Opel Blitz - die Aufnahme entstand bei einer Rast als das Fahrzeug 1961 von der Fa. Bachert abgeholt wurde. Dieses Fahrzeug wurde erst 1983 ausgemustert.

LF 8 Opel Blitz – die Aufnahme entstand bei einer Rast als das Fahrzeug 1961 von der Fa. Bachert abgeholt wurde. Dieses Fahrzeug wurde erst 1983 ausgemustert.

1967 – 1974

Mit zunehmendem Verkehr auf der Autobahn musste die Feuerwehr immer öfter für Lösch- und technische Hilfseinsätze dorthin ausrücken. Da man bei solchen Einsätzen ohne entsprechende Hilfsmittel nicht viel ausrichten kann, erhielt die Feuerwehr 1967 ein modernes Tanklöschfahrzeug TLF 16, das mit schwerem Atemschutzgerät, Schaummittel, Trockenlöschpulver und Funkgerät ausgerüstet war. Die feierliche Einweihung und Übergabe durch den Markt erfolgte am 23. Juni.

Die Geräte der Feuerwehr waren ursprünglich im Gebäude des alten Rathauses, Augsburger Str. 1, untergebracht. Als der Platz dort nicht mehr ausreichte, baute man in den 30er Jahren beim alten Lehrerhaus hinter der Kirche entsprechende Räume mit einem Schlauchtrockenturm aus. Mit zunehmender Geräteausrüstung kam es auch dort zu Platznot, sodass sich nach intensivem Drängen, insbes. der jüngeren Mitglieder, der Markt entschloss, ein neues, dem gestiegenen Bedarf angemessenes Feuerwehrgerätehaus zu errichten, das am 30. Juni 1974 in feierlicher Weise der Wehr übergeben wurde.

Für den zunehmenden überörtlichen Einsatz bei Verkehrsunfällen erhielt die Wehr 1975 eine Rettungsschere, um Verletzte aus Unfallfahrzeugen rasch befreien zu können.

Schauübung mit dem neuen TLF 16-24 am 23. Juni 1967 bei dessen Einweihung

Schauübung mit dem neuen TLF 16-24
am 23. Juni 1967 bei dessen Einweihung

1976 – 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Zusmarshausen

Das 100-jährige Gründungsfest wurde am 23. Mai 1976 wieder gebührend begangen.

Am Vorabend war Totenehrung im Friedhof, anschließend Festeröffnung mit Stimmungskonzert im Festzelt. Nach dem Festgottesdienst am nächsten Vormittag und dem gemeinsamen Mittagessen im Zelt, bewegte sich Nachmittags ein großer Festzug mit insgesamt 89 Gruppen durch die Straßen unseres Marktes. Bei einem gemütlichen Beisammensein im Festzelt gestaltete die Marktkapelle noch einen festlichen Ausklang.

Totenehrung am Kriegerdenkmal anlässlich des 100-jährigen Gründungsfestes, am 22. Mai 1976. Der Patenverein war hier die FFW Wörleschwang

Totenehrung am Kriegerdenkmal anlässlich des 100-jährigen Gründungsfestes, am 22. Mai 1976. Der Patenverein war hier die FFW Wörleschwang

1980 – 1989

Zu der ursprünglichen Aufgabe der Brandbekämpfung wurde die Feuerwehr insbesondere durch die nahe gelegene Autobahn A8 zunehmend auch zu technischen Hilfeleistungen gerufen. Um auch diese technischen Hilfeleistungen optimal durchführen zu können, erhielt die Feuerwehr 1980 von der Marktgemeinde einen neuen Rüstwagen RW 2, der zahlreiche technische Ausrüstungsgegenstände beinhaltet.

Im gleichen Jahr beschaffte sich die Feuerwehr aus eigenen Mitteln einen gebrauchten, sich in gutem Zustand befindlichen VW-Kombi als Einsatzleit- und Mehrzweckfahrzeug. Das Löschfahrzeug LF 8 aus dem Jahr 1961, das inzwischen 22 Jahre alt war, musste ausgemustert werden, da man hierfür keine Ersatzteile mehr erhielt, und es daher nur noch bedingt einsatzfähig war. Als Ersatz erhielt die Feuerwehr am 30. September 1983 ein neues, modernes Löschgruppenfahrzeug LF 8 der Firma Bachert.

1986 wurde das 110-jährige Gründungsjubiläum nur im kleinen Rahmen begangen. Die Vereinsfahne, die inzwischen 35 Jahre alt und schon etwas schadhaft war, restaurierte man dazu mit Spendengeldern.

Das Feuerwehrgerätehaus aus dem Jahr 1974, dessen Flachdach im Laufe der Zeit undicht geworden ist, erhielt 1989 ein Satteldach mit Gauben sowie einen Anbau. Den damit gewonnenen Raum bauten die Feuerwehr und die Marktkapelle in den folgenden beiden Jahren für ihre Zwecke zu Schulungs- und Übungsräumen in Eigenleistung aus.

Ansprache des damaligen 1. Bürgermeister Albert Meixnerbei der Einweihung des Löschgruppenfahrzeug LF 8 am 30. September 1983

Ansprache des damaligen 1. Bürgermeister Albert Meixner
bei der Einweihung des Löschgruppenfahrzeug LF 8 am 30. September 1983

Einweihung des Rüstwagen RW 2 und des in Eigenregie gekauften und hergerichteten, gebrauchten VW-Busses im Jahr 1980.

Einweihung des Rüstwagen RW 2 und des in Eigenregie gekauften und hergerichteten, gebrauchten VW-Busses im Jahr 1980.

1992 – 1996

Der VW-Kombi aus dem Jahr 1980 wurde 1992 durch einen Mercedes Kombi ersetzt.

Die Feuerwehr Zusmarshausen ist seit 1. Januar 1996 Mitglied im Kreisfeuerwehrverband.

Das Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 aus dem Jahr 1967 wurde störanfällig; auch waren Ersatzteile hierfür nur noch schwer zu bekommen. Deshalb beschloß die Marktgemeinde ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 zu beschaffen, am 30. Juni 1996 wurde das Fahrzeug übergeben. Das alte TLF 16/24 wurde auch weiterhin für Übungen und größere Einsäte genutzt, und wurde 2007 entgültig ausgemustert.

Das neue Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) der FFW Zusmarshausen: Hier bei der Übergabe bei der Fa. Ziegler in Giengen/Brenz, 1996

Das neue Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) der FFW Zusmarshausen:
Hier bei der Übergabe bei der Fa. Ziegler in Giengen/Brenz, 1996

2001

Vom 17.05. bis zum 20.05.2001 wurde das 125-jährige Gründungsjubiläum ausgiebig gefeiert. Das Festprogramm bot von der Festeröffnung mit der Marktkapelle über die „Dace on Fire“ Party, internationalen Stars wie Monique, Florian Silbereisen, Shirley Arleen sowie der Showband „Franco & die Mafiosi“ bis hin zum Gottesdienst und Festumzug für Jeden etwas.

 2007

Am 21.10.2007 konnte nach intensiven Vorbereitung das HLF 20/20/2 als Ersatz für den in die Jahre gekommen Rüstwagen eingeweiht werden. Im Vergleich zur historischen Saug- und Druckspritze aus dem Jahr 1907 zeigte sich deutlich die Entwicklung der letzten 100 Jahre.

2011

In der Neujahrsnacht des Jahres 2011 kam es zum verheerendsten Großbrand der letzten Jahre. Der Netto-Markt in der Wertinger Straße brannte kurz nach Mitternacht bis auf die Grundmauern nieder.


Am 22.05.2011 wurde als weiteres Teilstück des neuen Fahrzeugkonzept der Gerätewagen Logistik eingeweiht. Mit ihm können unter anderem die verschiedensten Gerätschaften und Materialien zu den Einsätzen befördert werden.

2013

Nachdem im Juli 2013 die letzten Feinheiten erledigt wurden, konnte endlich der Anbau an das Gerätehaus eingeweiht werden. Er beherbergt neben dem Stellplatz und Lagermöglichkeiten für den GW-L 2 die neue Atemschutzwerkstatt sowie eine kleine Kommandozentrale.

 

Stand: Juli 2013

Erstellt: Franz Raiser, Anton Kohler und Daniel Moder

Quellen: Protokollbücher, Heimatbuch Both/Helmschrott, Erinnerungen